Film: Arcadia (zweite Staffel)

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Zuerst freute ich mich, als ich sah, dass in der ARD-Mediathek die zweite Staffel von „Arcadia“ verfügbar ist. Dann langweilte ich mich, weil leider gar nichts Neues passiert und die Handlung nicht wirklich voran kommt. Es wird nach Schuldigen gesucht, um sie zu bestrafen.
Vergangenes wird aufgearbeitet und Geheimnisse werden gelüftet. Der Widerstand bastelt an
Bomben, um Arcadia in die Luft zu sprengen, und kümmert sich nicht darum, dass das aktuelle
Überwachungssystem genau wegen so einem Attentat überhaupt erst eingeführt wurde. Ja,
das Attentat auf das Kapitol war sogar von den Mächtigen von Arcadia organisiert worden,
um die Diktatur einführen zu können. Umso mehr würden sie davon profitieren, wenn der
Widerstand Schaden anrichtet. Die Hüterin kann sich weiterhin als die Gute etablieren, als die
fürsorgliche Übermutter, die für Sicherheit sorgt und alle beschützt. Die Widerständler
werden jedoch deportiert oder ermordet, bevor sie Schaden anrichten können. Trotzdem
nutzt dies der Diktatur. Die Hüterin putzt den Verwaltungsrat weg, der sie kontrollierte, setzt
die Notstandsgesetze in Kraft und will praktisch Alleinherrscherin auf Lebenszeit werden, einschließlich Erbkönigtum. Alle, die sie daran hindern konnten, hat sie aus dem Weg geräumt.
So glaubt sie.
Zuletzt war ich froh, dass ich mich durch die Serie durchgequält habe. Als dann doch eine der
vielen Widerstandszellen ihren Plan erfolgreich umsetzt, bricht das ganze System zusammen.
Grundlage dieser grauen, technologischen Überwachungs-Dystopie ist ja der Bürgerscore, der
die Menschen nach ihrem Wert klassifiziert. Dieses Thema war in der zweiten Staffel
vollständig aus dem Blickfeld gerutscht. Zuletzt liegt hier jedoch der Schlüssel für alles:
Schließlich handelt es sich nur um digitale Daten. Die kann man überschreiben. Sobald alle
Bürger denselben Score haben, sind alle wieder gleich. Sie können frei handeln, ohne Punke
einzubüßen und ins lebensfeindliche Niemandsland deportiert zu werden. Sogar die
Verbannten können wieder zurück! Die Ironie liegt darin, dass die letztliche Lösung ab den
ersten Szenen auf der Hand lag!
Da geht der Zuschauerin das Herz auf, wenn nach all den bedrückenden Szenen vor grauer
Betonkulisse endlich die Familie wieder vereint ist und die Menschen wieder frei werden. Also,
so frei wie wir. Ohne Bürgerscore!

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