Stephen King: Stark
Nach langer Pause las ich mal wieder einen Stephen King: „Stark“. Die ursprüngliche Idee mit
dem Zwilling fand ich sehr interessant. Es kann passieren, dass im Mutterleib zwei Zwillinge
quasi miteinander verschmelzen. In diesem Fall wuchs in Thad Beaumonts Gehirn zumindest
der Kopf seines Zwillings heran. Der Chirurg hat den Zwilling herausoperiert – oder nicht?
Immer wieder verfällt Thad in Trance und schreibt ungewöhnlich brutale Romane unter dem
Pseudonym George Stark. Aber letztlich entwickelt sich die Handlung doch ins Unlogische. Als
Beaumonts Pseudonym aufzufliegen droht, veranstaltet er medienwirksam eine symbolische
Beerdigung für George Stark. Doch dieser entflieht seinem Grab und tötet alle, die an der
Beerdigung beteiligt waren. Er zieht eine Blutspur durchs Land und bleibt dabei ständig in
telepathischer Verbindung mit Thad. Zum Glück bekommt Thad Unterstützung durch – ähm –
Sperlinge? Letztlich eine Geschichte sinnloser Gewalt, eklig, brutal und total sinnlos. Von den
handelnden Personen ist mir auch keine einzige sympathisch. Das ist definitiv der schlechteste
Stephen King, den ich je gelesen habe. Viele andere Stephen Kings, beispielsweise „Friedhof der Kuscheltiere“, behandeln philosophische oder psychologische Themen, nicht aber dieser.
Dabei hätte die Zwillingsthematik durchaus Potenzial gehabt: Was, wenn in einem Kopf zwei
Gehirne leben? Das hätte ich wirklich spannend gefunden.