House of the Dragon (Film)

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Nach „Games of Thrones“ gab’s dann auch noch die angebliche Vorgeschichte „House of the
Dragon“. Noch eine ganze Staffel mit zehn Folgen. Sie hat mich leider gar nicht gefesselt. Mit
der Ankündigung, diese Geschichte spiele 175 Jahre bevor die Drachen ausstarben, entstand
bei mir die Erwartung, dieses Epos decke einen größeren Zeitraum ab und erkläre quasi die
Vorgeschichte. Beide Erwartungen erfüllt die Serie dann aber nicht. Die ganze Zeit über geht
es um Hofintrigen und die Konkurrenz von zwei Frauen um die Thronfolge. Leider gibt es in
der gesamten Geschichte keine einzige sympathische Person, mit der ich mich hätte
identifizieren mögen. Alle sind sie gemein und hinterhältig, und darum berührte mich ihr
Schicksal emotional wenig.
Zunächst sah ich in den Filmen noch den Wert, dass es sich um eine feministische Geschichte
handelt. Prinzessin Rhaenyra wird von ihrem Vater zur Thronerbin erklärt, als es danach
aussieht als würde er keine Kinder mehr bekommen. Als er jedoch neu heiratet und seine
blutjunge Frau (im Alter seiner Tochter) mehrere Söhne gebiert, wird diese Regelung in Frage
gestellt, weil auf dem schwarzen Thron aus geschmolzenen Schwertern noch nie eine Frau
saß. Dabei ist offensichtlich, dass Prinzessin Rhaenyra das Zeug dazu hat. Schon jung hat sie
einen Bruderkrieg verhindert und eigenhändig ein Wildschwein getötet. Erschwert wird die
Situation noch dadurch, dass ihre ersten beiden Söhne ganz offensichtlich nicht von ihrem
dunkelhäutigen Ehemann, sondern von einem Ritter der Königsgarde stammen, dem sie
zunehmend ähnlicher sehen. Schockiert hat mich, dass hier schon die jungen Prinzen mit
tödlichen Waffen hantieren und sie niemand Ehre, Weisheit oder Ritterlichkeit lehrt, wie wir
das aus „Games of Thrones“ kennen. Jedermann am Hof scheint die jungen Männer sogar
noch absichtlich aufeinander zu hetzen.
Schockiert hat mich auch, dass die Entscheidung über den damals noch für die Mutter
tödlichen Kaiserschnitt der Vater allein trifft und die Mutter nicht mal erfährt, dass man sie
gerade schlachtet. Uarg! Leider geht das feministische Motiv dann später im Zickenkrieg
unter. Es kommt sogar so weit, dass Rhaenyra genau in einem Moment, wo sie eigentlich
handeln und wichtige Entscheidungen treffen müsste, durch eine Geburt behindert wird.
Wobei ich von den vorhandenen Männern auch keinen für einen guten König halten würde.
Hier sind wirklich viele unsympathische Menschen auf einem Haufen und intrigieren
gegeneinander. Ich glaube nicht, dass irgendjemand hier irgendjemand anderem vertrauen
sollte.
Letztlich handelt es sich also um einen nervigen Machtkampf um die Thronfolge innerhalb der
Familie und langweilige Hofintrigen unsympathischer Akteure.

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