Barbara Blume: Zwischen Wahn und Alltag
Dieses Büchlein über das Leben mit einer Psychose ist autobiographisch und poetisch zugleich,
so als sei das Leben ein Gedicht oder die Leinwand für weichgezeichnete Träume. Aber
vielleicht ist es genau das, wenn man eine Psychose hat oder wenn man seine Medikamente
eingenommen hat.
Barbara Blume nimmt uns mit in ihr Leben und ihren Alltag mit Schizophrenie. Es ist eine bunte
Welt, in der aber vieles verschwimmt, Sekunden sich dehnen und Tage unbemerkt
verstreichen. Wo Gedanken rasen und die Sinne überfordert werden, indem jedes Ding mit
symbolischer Bedeutung überladen wird. Wo man sich selbst im Spiegel nicht wiedererkennt,
aber gleichzeitig glaubt, eine große Mission vor sich zu haben. Aber man kann lernen, mit der
Krankheit zu leben und sich zu schonen: „Früher hielt ich das für Schwäche, heute für
Selbstschutz.“
In dieser Welt gibt das Schreiben von Worten Halt, eine Tasse Tee oder eine auf fünfzehn
Minuten gestellte Sanduhr. „Schreiben ordnet das Chaos und gibt Form, wo sonst Nebel
herrscht.“ Das Erzählen erschafft eine „Welt der Linearität“. „Schreiben ist keine Flucht,
sondern Heimkehr in die eigene Mitte.“ Diese Effekte kennt wohl jeder Autor und jede
Tagebuchschreiberin.
Zusätzlich zum Schreiben gibt auch die Alltagsroutine Halt, aber auch Medikamente. Sehr
schön diese Beobachtung: „Ich erlebe, wie Kraft nicht mit Lautstärke kommt, sondern mit
Stille.“ Überhaupt folgt hier eine treffende Formulierung auf die andere: „Ich ging wieder in
die Schule, mit einer Mischung aus Scham, Hoffnung und Sedierung. Der Rucksack fühlte sich
schwer an, nicht wegen der Bücher – sondern wegen fehlender Leichtigkeit.“
Alles in allem ein sehr poetisches Buch, das man langsam und mehrmals lesen möchte! Gerade
die Krankheit, das Innehalten, das Nachdenken macht aus Barbara Blume eine tiefsinnige
Denkerin. Und damit verwandelt sie ihren Schmerz in eine ästhetische Bereicherung für sich
und ihre Mitmenschen.
Zur Autorin: Unter Pseudonym hat Barbara Blume schon mehrere Bücher als Selfpublisherin
in dem Verlag Epubli veröffentlicht. Das hier vorgestellte Buch ist eine überarbeitete Version
ihres Erfahrungsberichtes „Mein buntes Leben mit Psychosen“ bzw. der ersten Fassung „Bunt
– Ein Leben trotz Psychose“ (2012 erstmals erschienen). Bei der Überarbeitung half die KI auf
der Schreibplattform story.one von Thalia.
Barbara Blume: Zwischen Wahn und Alltag
Story.one publishing, 2025
Gebundenes Buch, 75 Seiten, 18 €
www.story.one/de/book/zwischen-wahn-und-alltag
Autorenseite: www.autorenwelt.de/person/barbara-blume
Instagram: @tasten_klappern